Rahmenplanung für das Packhofviertel in Wittenberge


Der Rahmenplan dient der weiteren Entwicklung und Transformation des Packhofviertels in Wittenberge. Obwohl dieses bereits einige Jahre lang Sanierungsgebiet war, bestehen dort immer noch städtebauliche und funktionale Missstände, die eine weitere Bearbeitung erforderlich machen. Der Umbruch der letzten Jahre – geprägt von Schrumpfung, Abriss und ersten Neuorientierungen – lässt eine Überprüfung und Fortschreibung der Entwicklungsziele für das Packhofviertel geboten erscheinen. Diese sind mit vergangenen, gegenwärtigen und künftig zu erwartenden Entwicklungen ebenso abzugleichen wie mit den bestehenden städtischen Konzepten, vor allem dem fortgeschriebenen INSEK von 2017.
Für den Rahmenplan wurde ein landschaftsplanerischer Schwerpunkt gewählt, was aus zwei Gründen sinnvoll erscheint: Zugriffsmöglichkeiten, aber auch Unterhaltspflichten für öffentliche Freiräume liegen bei der Stadt, während die Entwicklung privater Grundstücke sich ihrem direkten Einfluss entziehen. So sind die Analysen, aber auch die vertiefenden Untersuchungen im Rahmenplan von der Frage geleitet, wie im Packhofviertel qualitätvolle öffentliche Räume gestaltet werden können, die den Ansprüchen und Anforderungen von Anwohner*innen, anderen Wittenberger*innen und Tourist*innen gleichermaßen gerecht werden.

 

Objektgröße:ca. 42 ha
Zeitraum:07.2017 bis 05.2018
Beteiligte: subsolar* architektur und stadtforschung (Berlin) und Station C23 – Büro für Architektur, Landschaftsarchitektur und Städtebau (Leipzig)

 

 

CHANCHENKARTE – STÄRKEN UND POTENTIALE

Die Erstellung des Rahmenplanes erfolgte in mehreren aufeinander folgenden Arbeitsschritten. Nach einer allgemeinen Analyse der räumlichen Gegebenheiten und der vorhandenen Planungen und Zielsetzung wurden Schwächen, Stärken, Bedrohungen und Potenziale (SWOT) skizziert.

 

Viertelrunden

Im Zuge der städtebaulichen Rahmenplanung fanden im Oktober und November 2017 mehrere Interviews („Viertelrunden“) und eine Bürgerwerkstatt („Viertelkreis“) mit Bewohner*innen des Packhofviertels statt. Die in den Viertelrunden entstandenen „Schatzkarten“ der lokalen Expert*innen begründeten die Auswahl von sechs Vertiefungspunkten, die wiederum beim Viertelkreis gemeinsam diskutiert wurden.  Zu den insgesamt sechs sogenannten „Viertelrunden“ kamen achtzehn interessierte Bürger*innen – von jung bis alt, von frisch zugezogen bis lang verwurzelt mit der Stadt – und erläuterten ihren ganz persönlichen Bezug zum Gebiet. Die Teilnehmenden hielten ihre Gedanken, Meinungen und Vorstellungen zum Packhofviertel in einer „Schatzkarte“ fest, die anschließend grafisch überarbeitet und Grundlage der weiteren Planungen und Vertiefungen wurde.
Die Perspektiven der Teilnehmer*innen waren sehr verschieden: Teils stand die Reise in die Vergangenheit, teils der Blick in die Zukunft im Vordergrund. Jede Erzählung war auf ihre Weise aufschlussreich, und manche Nachbarn haben sich bei der Gelegenheit einmal näher kennengelernt – nicht im Viertel, sondern im Safariladen am Bismarckplatz. Auf den Schatzkarten wird die Essenz der Gespräche zusammengefasst. So verschieden die protokollierten Geschichten sind: Alle Gesprächsteilnehmer*innen haben sich auf ihre Weise mit den Wandlungsprozessen der letzten Jahre auseinandergesetzt – und wünschen sich, dass „ihr“ Viertel sich positiv entwickeln wird.

 

VIERTELRUNDEN – SCHATZKARTEN

 

 

Viertelkreis

Nach sechs „Viertelrunden“ fand am 30. November die Bürgerwerkstatt „Viertelkreis“ in der Aula der Musikschule Wittenberge statt. Ziel dieser Veranstaltung war es, Anwohner*innen über den bisherigen Planungsprozess zu informieren und mit ihnen gemeinsam an sechs möglichen Vertiefungspunkten zu arbeiten. Zudem konnten auch Bürger*innen, die bisher noch nicht in den Prozess involviert waren, hier über die Zukunft des Packhofviertels mitdiskutieren.
Die 40 Teilnehmer*innen diskutierten an mehreren Tischen, brachten ihre Ideen zu unterschiedlichen Orten in der Stadt ein oder ließen sich einfach inspirieren. Lebhafte Diskussionen gab es nicht nur mit den Planer*innen, sondern auch mit- und untereinander – wobei der Schritt vom Benennen der Dinge, die nicht funktionieren, zum Vorschlagen von Dingen, die funktionieren könnten, nicht immer einfach war. Dennoch entstanden einige neue Ideen. Bei der abschließenden Vorstellung der Diskussionsergebnisse rückten zudem weitere Orte in den Fokus, die bisher noch nicht genauer betrachtet wurden. Den Abschluss des Rahmenplanprozesses bildete eine ausführliche, öffentliche Ergebnispräsentation in der Oberschule Wittenberge am 24.5.2018.

 

 

 

VIERTELKREIS – VERTIEFUNGEN

 

Maßnahmenplan und Zielplan

Der Maßnahmenplan zeigt alle Maßnahmen und Schlüsselmaßnahmen ( wichtig/ dringend) in den Kategorien „Gebäude“, „Freiraum“ und „Verkehr“, welche sich während der Bearbeitung des rahmenplans für das Packhofviertel heraus kristallisiert haben. Neben zeitlichen, finanziellen oder fördermitteltechnischen Eingrupierungen können auch räumliche Cluster gebildet werden, die bei der Umsetzung berücksichtigt werden können. Zudem wird deutlich, wo (zum Teil erhebliche) Diskrepanzen zwischen den vorgeschlagenen Interventionen (Blockkanten herstellen, Gebäude retten oder aktivieren, Verbindungen schaffen etc) und der bestehenden Situation auftreten.
Der Zielplan zeigt hingegen das Ergebnis einer möglichen Umsetzung und lässt unabhängig von deren zeitlichem Eintreffen eine visuelle Beurteilung der vorgeschlagenen Maßnahmen zu. Zwar ist in Wittenberge nicht von heute auf morgen eine Umkehr der demografischen Entwicklung zu erwarten, doch können mit den vorgeschlagenen Interventionen Weichen gestellt und Entwicklungsoptionen für die Zukunft offen gehalten werden, die ansonsten verloren gehen würden.

 

MASSNAHMENPLAN UND ZIELPLAN

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Der “Catalog of Unnecessary Things” (CUT), den die BA Design Studierenden der HBK Braunschweig im Sommersemester 2017 erarbeitet hatten, wurde beim #SDG Bildungswettbewerb #tatenfuermorgen des #RNE ausgezeichnet und am 30.01.2018 zum “Speeddating” eingeladen.

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