Grüße aus der Zukunft 05

Hand<>Werk – miteinander machen, voneinander lernen

Gelernt habe ich eigentlich Industriekaufmann. Aber ich habe schon immer gerne gebaut und geschraubt. Als ich dann vor ein paar Jahren mein eigenes Haus gekauft habe, war das nicht nur aus finanziellen Gründen, dass ich fast alles darin alleine ausgebaut habe: Ich fand das toll, mal was mit den Händen zu machen. Aber dabei habe ich gemerkt, wie oft man da nicht weiterkommt: Brett vorm Kopf, sprichwörtlich. Dann fängst du an zu googeln. Und verlierst dich im Internet. Geholfen hat mir dann Ingo, der ist hier aufgewachsen und hat in der DDR so seine Connections gehabt. Eigentlich war der Ofensetzer, aber ich glaube, es gibt nichts, was Ingo nicht bauen kann – oder er kennt jemanden, der das kann. Ich hab erst Hemmungen gehabt, ihn dauernd zu löchern, aber es stellte sich raus, dass er das ganz gut fand: „Professor“ haben wir ihn immer aus Spaß genannt, weil er so viel wusste. Zusammen hatten wir dann die Idee, so eine Art Stammtisch zu gründen, wo man sich über seine Baustellenprobleme austauschen kann, sich gegenseitig Tipps gibt oder sich einfach mal Mut zuspricht, wenn man kurz davor ist, alles wieder einzureißen.

 

Aus der Kerngruppe sind heute noch 2 Freunde weiter mit dabei. Inzwischen habe ich meinen alten Job gekündigt und arbeite jetzt voll im Projekt. Beim Hand<>Werk ist der Name Programm: Wir vermitteln ganz praktisch Wissen und bietet Workshops an zum Thema Aus- und Umbau. Dafür haben wir eine riesige Probewerkstatt, in der man von Mauern bis Schweißen alles lernen kann. In der ehemaligen Seifenfabrik haben wir nicht nur viel Platz zum Bauen, sondern auch für Übernachtungsgäste. Besonders beliebt ist unser Tiny-House-Work-shop. Da bauen wir in 5 Tagen ein kleines Haus, an dem man unglaublich viel lernen kann. Dafür kommen die Leute sogar aus Hamburg und Berlin angereist. Die sind dann total begeistert von dem Platz und den Möglichkeiten, die man hier hat. Und wer weiß: Vielleicht kommen ja einige wieder und bleiben dann hier.

 

Wir haben im Sommer einen Workshop mit Schüler*innen gemacht. Ihr Haus hat direkt Räder bekommen und wandert jetzt als mobiler Jugendklub durch die Stadt. Das Holz dafür hat uns unser Nachbar geschenkt. In der ehemaligen Tischlerei lag noch jede Menge Material und Werkzeug. Zusammen haben wir schon unsere nächste Idee entwickelt: Einen Second-Hand-Baumarkt mit Holz und Baustoffresten, die man bei uns abgeben kann. Das vermeidet Müll und stärkt die Nachbarschaft. Unsere Community wächst von Tag zu Tag, und für den Nachwuchs im Handwerk tun wir auch was: Es gilt inzwischen als richtig cool, bei einem unserer Partnerbetriebe eine Ausbildung zu machen.

Schon Wirklichkeit

Protohaus Braunschweig– geförderte, offene Hightech-werkstatt mit Raum für Erfinder, Bastler, Tüftler und Unternehmer *innen,  Braunschweig 2016

 

Nachbarschaftsakademie – Plattform für Austausch und selbstorganisiertes Lernen, Laube als Ort für Treffen und Aktivitäten, Berlin 2015

 

Floating University – temporäre Gerüststruktur, Experimentierraum für neue Stadtideen und temporärer Campus, Raumlabor, Berlin 2018

 

Grüße aus der Zukunft  >>  Wittenberger Transformationsgeschichten

Alle Transformationsgeschichten wurden 2018 von subsolar* Architektur und Stadtforschung im Auftrag der Stadt Wittenberge entwickelt. Sie basieren auf den Erkenntnissen der Rahmenplanung Packhofviertel und aktuellen urbanen Transformationsprojekten.

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Der subsolare Punkt

Vor beinahe 50 Jahren prägte der gelernte Nautiker, autodidaktische Designer und findige Ingenieur Richard Buckminster Fuller das Bonmot vom „Raumschiff Erde“, das mit einer Geschwindigkeit von mehreren tausend Kilometern pro Stunde um die Sonne kreist. Fuller vertrat in seinem Buch „Bedienungsanleitung für das Raumschiff Erde“ die Auffassung, dass das offensichtliche Fehlen einer solchen Teil eines intelligenten Plans sei: So nämlich, ohne Anleitung, seien die Menschen dazu gezwungen, ihr Schiff zu erforschen, zu verstehen und schließlich Sorge dafür zu tragen, dass es gut läuft bzw. fliegt – jetzt und in Zukunft.

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Zukunfts Strateginnen

Wie die Nachhaltigkeit leider doch nicht in Stuttgart Stöckach intervenierte

In ihrem Screencast für das Panel “Housing and Care” bei der Degrowth Konferenz in Wien analysierte Saskia Hebert am 29.5.2020 das Scheitern von subsolar*s Beitrag für den offenen zweiphasigen Wettbewerb der ENBW und der Stadt Stuttgart.

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JER Sanierung und Erweiterung des Jeremia-Gemeindezentrums

Die evangelische Zuflucht-und-Jeremia-Kirchengemeinde befindet sich im Umbruch: die beiden Gemeinden werden zu einer zusammengelegt und werden künftig nur einen Standort als Gemeindezentrum benötigen. Neuer gemeinsamer Treffpunkt für Kirchgänger und Kitakinder werden die Räume der Jeremia-Gemeinde. Ausgehend von dem zukünftigen Bedarf an Räumlichkeiten für das gemeindliche Leben gilt es für das Gebäudeensemble aus den 60er Jahren angemessene gestalterische und technische Lösungen für eine zukunftsfähige Weiternutzung zu finden.

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ZUF Umnutzung des Zuflucht-Gemeindezentrums

Die beiden Gemeindestandorte der evangelische Zuflucht-und-Jeremia-Kirchengemeinde fusionieren und werden künftig nur noch einen Standort als Gemeindezentrum benötigen. Während das Gebäudeensemble Jeremia umgebaut wird, sollen für diese Bauphase Kitakinder und Gemeindemitglieder in den Räumen der Zufluchtgemeinde untergebracht werden.

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Willkommen im SUNIVERSUM

Im Rahmen des Masterplans 100% Klimaschutz unterstützt der Regionalverband Großraum Braunschweig (potentielle) Akteure aus dem Feld der Suffizienz bei der Bildung eines verbandsweiten Netzwerks. Die Community im Großraum Braunschweig besteht aus heterogenen Akteuren. Neben Unternehmen, Gemeinden und wenigen Politiker*innen engagieren sich hier vor allem Vereine und zivilgesellschaftliche Initiativen.

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Gärkeller @ VOLLGUT

Für den Gärkeller unter dem Hof des VOLLGUT Areals in Neukölln hat subsolar* im Auftrag der Terra Libra GmbH eine Potenzialanalyse erstellt und einen Beteiligungsprozess initiiert.

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Inklusionsmaschine Stadt

Diskussion am 25.01.2019 zu den “Bauteilen” einer inklusiven Stadt an der Hochschule München bei Prof. Dr. Andrea Benze

Werkstatt für spekulative Bewegung

Am 01. und 02. Dezember 2018 fand im Haus der Statistik die “Werkstatt für spekulative Bewegung” statt. Sabine Zahn und Saskia Hebert suchten in Kooperation mit Markus Bader und dem UDK Forschungs-Projekt “Making Futures” nach Ansätzen für einen veränderten methodischen Umgang mit “Architektur als Ressource”. Details »

mitOST

Für die Bürofläche der gemeinnützige Organisation MitOst entwickelte subsolar* ein modulares System aus Sitz- und Regalmöbeln.

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Grüße aus der Zukunft: Wittenberger Transformationsgeschichten

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