Grüße aus der Zukunft 11

Gleis Neu(n) – Co-Working

 

Steffen und ich kennen uns schon aus Kindertagen. Wir sind beide echte Prignitzer. Aber wie so viele haben wir die Gegend nach der Schule verlassen: Erst Studium, dann Job, also erst mal weg, Erfahrungen sammeln. Klar, weder Hamburg noch Berlin sind jetzt richtig weit entfernt: Gerade mal eine Stunde braucht man dank ICE-Bahnhof. Da ist man manchmal innerhalb der Großstadt länger unterwegs, um von einen zum anderen Ende zu gelangen. Nach ein paar Jahren in der großen Stadt haben wir gemerkt: So richtig los lässt einen die Heimat nicht. Aber sofort mit Sack und Pack zurückzukommen, das haben wir uns auch nicht getraut.

 

Und dann sind wir auf das „Häuserheim“  gestoßen. Im alten Waisenhaus gibt es ja seit einer Weile ein Angebot für Rückkehrwillige: Brain Gain statt Brain Drain. Man kann dort erst mal Probewohnen und schauen, ob man wieder Fuß fasst, ob einen die Ruhe entspannt oder einem die Decke auf den Kopf fällt. Da haben wir aber schnell gemerkt: Die Ruhe und die Natur hier drumherum, das entspannt uns total, wir fühlten uns wieder so richtig geerdet. Und wenn man mal Party machen will oder etwas los ist bei Freunden, dann ist es ja nicht weit – fährt man eben hin, oder die besuchen einen. Nein, unsere größte Sorge war, ob wir uns auch beruflich hier eine Zukunft aufbauen können. Ich als Grafikdesignerin arbeite zwar eh meistens von zu Hause, und meinen Kunden und mir ist es egal, wo genau jetzt mein Büro ist. Aber Steffen ist Programmierer und hasst es von zu Hause aus zu arbeiten. Er braucht Leute um sich herum. Ein bisschen hektisches Gewusel. Und den Austausch mit anderen. Da war es nur logisch, sich sofort bei Gleis 9 einen Tisch zu besorgen. Co-Working in einem Bahnhof – eine bessere Anbindung kann man sich wohl kaum wünschen, und die Atmosphäre der Schalterhalle ist wirklich besonders. Arbeiten kann man im Großraumbüro mit 16 ausgestatteten Arbeitsplätzen oder in den buchbaren Besprechungsräumen. Alles flexibel: für Stunden, Tage oder einfach auf Dauer.

 

Das ist viel mehr als nur ein Ort zum Arbeiten. Hier kommen Menschen zusammen, um gemeinsam Ideen zu entwickeln und in einem kreativen Umfeld an eigenen Projekten zu arbeiten. Gerade haben sie mir den Auftrag für die Gestaltung einer Broschüre gegeben. Steffen optimiert die Webseite und organisiert Beratungsangebote für Start-Ups. Sieht ganz so aus, als wenn wir unser Probewohnen bald in ein Dauerwohnen übergehen würde. Tja, das nennt man wohl: gekommen um zu bleiben.Schon Wirklichkeit

Die Bäckerei – Veranstaltungsort und Kulturzentrum in ehemaliger Großbäckerei. Zum Kollektiv gehören auch die Nachfahren der Ur-Bäckerin, Innsbruck 2011

 

Utopiastadt – Umnutzung des ehemaligen Mirker Bahnhofs durch einen Bürger*innenverein, Werkstätten, Begegnung, Wuppertal 2011

 

PostLab Wendland – Kreativlabor mit flexiblen Arbeitsplätzen und Netzwerkveranstaltungen, Grüne Werkstatt Wendland, Lüchow 2016

 

Grüße aus der Zukunft  >>  Wittenberger Transformationsgeschichten

Alle Transformationsgeschichten wurden 2018 von subsolar* Architektur und Stadtforschung im Auftrag der Stadt Wittenberge entwickelt. Sie basieren auf den Erkenntnissen der Rahmenplanung Packhofviertel und aktuellen urbanen Transformationsprojekten.

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Der subsolare Punkt

Vor beinahe 50 Jahren prägte der gelernte Nautiker, autodidaktische Designer und findige Ingenieur Richard Buckminster Fuller das Bonmot vom „Raumschiff Erde“, das mit einer Geschwindigkeit von mehreren tausend Kilometern pro Stunde um die Sonne kreist. Fuller vertrat in seinem Buch „Bedienungsanleitung für das Raumschiff Erde“ die Auffassung, dass das offensichtliche Fehlen einer solchen Teil eines intelligenten Plans sei: So nämlich, ohne Anleitung, seien die Menschen dazu gezwungen, ihr Schiff zu erforschen, zu verstehen und schließlich Sorge dafür zu tragen, dass es gut läuft bzw. fliegt – jetzt und in Zukunft.

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Zukunfts Strateginnen

Wie die Nachhaltigkeit leider doch nicht in Stuttgart Stöckach intervenierte

In ihrem Screencast für das Panel “Housing and Care” bei der Degrowth Konferenz in Wien analysierte Saskia Hebert am 29.5.2020 das Scheitern von subsolar*s Beitrag für den offenen zweiphasigen Wettbewerb der ENBW und der Stadt Stuttgart.

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JER Sanierung und Erweiterung des Jeremia-Gemeindezentrums

Die evangelische Zuflucht-und-Jeremia-Kirchengemeinde befindet sich im Umbruch: die beiden Gemeinden werden zu einer zusammengelegt und werden künftig nur einen Standort als Gemeindezentrum benötigen. Neuer gemeinsamer Treffpunkt für Kirchgänger und Kitakinder werden die Räume der Jeremia-Gemeinde. Ausgehend von dem zukünftigen Bedarf an Räumlichkeiten für das gemeindliche Leben gilt es für das Gebäudeensemble aus den 60er Jahren angemessene gestalterische und technische Lösungen für eine zukunftsfähige Weiternutzung zu finden.

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ZUF Umnutzung des Zuflucht-Gemeindezentrums

Die beiden Gemeindestandorte der evangelische Zuflucht-und-Jeremia-Kirchengemeinde fusionieren und werden künftig nur noch einen Standort als Gemeindezentrum benötigen. Während das Gebäudeensemble Jeremia umgebaut wird, sollen für diese Bauphase Kitakinder und Gemeindemitglieder in den Räumen der Zufluchtgemeinde untergebracht werden.

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Willkommen im SUNIVERSUM

Im Rahmen des Masterplans 100% Klimaschutz unterstützt der Regionalverband Großraum Braunschweig (potentielle) Akteure aus dem Feld der Suffizienz bei der Bildung eines verbandsweiten Netzwerks. Die Community im Großraum Braunschweig besteht aus heterogenen Akteuren. Neben Unternehmen, Gemeinden und wenigen Politiker*innen engagieren sich hier vor allem Vereine und zivilgesellschaftliche Initiativen.

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Gärkeller @ VOLLGUT

Für den Gärkeller unter dem Hof des VOLLGUT Areals in Neukölln hat subsolar* im Auftrag der Terra Libra GmbH eine Potenzialanalyse erstellt und einen Beteiligungsprozess initiiert.

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Inklusionsmaschine Stadt

Diskussion am 25.01.2019 zu den “Bauteilen” einer inklusiven Stadt an der Hochschule München bei Prof. Dr. Andrea Benze

Werkstatt für spekulative Bewegung

Am 01. und 02. Dezember 2018 fand im Haus der Statistik die “Werkstatt für spekulative Bewegung” statt. Sabine Zahn und Saskia Hebert suchten in Kooperation mit Markus Bader und dem UDK Forschungs-Projekt “Making Futures” nach Ansätzen für einen veränderten methodischen Umgang mit “Architektur als Ressource”. Details »

mitOST

Für die Bürofläche der gemeinnützige Organisation MitOst entwickelte subsolar* ein modulares System aus Sitz- und Regalmöbeln.

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Grüße aus der Zukunft: Wittenberger Transformationsgeschichten

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