KINDL KONGLOMERAT – DIE ENTSCHEIDUNG

KINDLHALLEN gewinnen das Werkstattverfahren Kindl Konglomerat

Drei Teams aus Architekt*innen und Landschaftsarchitekt*innen hatten sich knapp vier Monate der anspruchsvollen Aufgabe des Werkstattverfahrens Kindl Konglomerat gewidmet, die “Stadt im Bestand“ weiterzuplanen und dazu ganz unterschiedliche Lösungsvorschläge entwickelt.

So stellte sich Team 1 (Studio Vlay Streeruwitz aus Wien und Atelier le balto aus Berlin) den „Kindlgarten“ auf einem weiten Plateau mit über dem freigelegten Hallentragwerk schwebenden Häuser vor.

Team 2 (ff Architekten und Häfner Jimenez Betcke Jarosch Landschaftsarchitektur) setzte auf eine Reprogrammierung der „KINDL-Hallen“.

Team 3 (Kersten Kopp Architekten mit capatti staubach urbane landschaften, Berlin) auf den Abriss der Halle und einen Neubau der Schule am Ende der so genannten „Kindlhöfe“.

Am 25.10. kürte das Obergutachter*innengremium die „KINDL-Hallen“ von Team 2 zum besten Entwurf. Dieser wird bis Ende November im letzten Schritt des Werkstattverfahrens gemeinsam mit dem Bezirk Neukölln im so genannten „Konglomeratsplan“ mit weiteren Hinweisen zusammengeführt und dient somit als Grundlage für die weitere Entwicklung.

Der Entwurf „KINDL-Hallen“ schafft auf dem Areal der ehemaligen Rollberg-Brauerei einen Lern-, Arbeits- und Begegnungsort. Der Entwurf beabsichtigt, die bestehende Halle, die derzeit als Zwischennutzung unter anderem als Kartbahn genutzt wird, so weit wie möglich zu erhalten und für neue Nutzungen zu ertüchtigen. Mit der so genannten „Kindlpromenade“ entsteht ein langgestreckter Freiraum parallel zur Rollbergstraße. Von dort aus erreicht man die „Werkhöfe“, die sich an den klassischen Berliner Gewerbehöfen orientieren. Mehrfachnutzungen dieser Räume und Kooperationen zwischen der geplanten Schule und Kleingewerbe sind in vielerlei Hinsicht möglich. Die vorgesehene Schule orientiert sich zum Kindl-Hof und das Dach der KINDL-Hallen wird begehbar konstruiert, so dass es sowohl von der Schule als auch von der Öffentlichkeit als „Stadtbalkon“ genutzt werden kann.

Auch die weiteren beiden Teams widmeten sich der Aufgabe mit großer Leidenschaft und Professionalität und reicherten das Werkstattverfahren mit klugen Ideen und neuen Perspektiven an.

Wann hier wirklich gebaut werden wird, kann derzeit noch nicht genau abgeschätzt werden. Das nun gefundene städtebauliche Konzept ist die Grundlage, um erforderliche Investitionen kalkulieren zu können. Vor allem aber dient der „Konglomeratsplan“ dazu, nicht nur der Eigentümerin, sondern auch dem Bezirk und den Nutzerinnen und Nutzern auf dem Areal Planungssicherheit zu schaffen.

 

Im Werkstattverfahren KINDL KONGLOMERAT auf dem Areal der ehemaligen Rollberg Brauerei wird untersucht, wie an Stelle der heutigen Kartbahnhalle zukünftig eine Schule und andere Nutzungsbausteine bestmöglich in das räumliche und soziale Umfeld integriert werden können. Im Zuge von zwei teilöffentlichen Werkstätten und in einem begleitenden Online-Dialog wurden die dazu erarbeiteten Vorschläge von zahlreichen Fachexpert*innen, Sachverständigen und Obergutachter*innen, aber auch von interessierten Menschen aus der Nachbarschaft kommentiert und bewertet.

Die Schweizer Stiftung Edith Maryon und ihre Tochter, die Terra Libra GmbH, hatten das Verfahren als Eigentümerinnen des Geländes finanziert und dabei inhaltlich eng mit dem Bezirk Neukölln zusammengearbeitet. Beide waren auch stimmberechtigt im eigens dafür zusammengetretenen Obergutachter*innengremium, dem auch ein Mitglied der Lenkungsgruppe im Sanierungsgebiet sowie fünf Fachobergutachter*innen aus Architektur, Städtebau, Landschaftsarchitektur und Partizipation mitsamt ihren Stellvertreter*innen angehörten. Der gesamte Prozess wurde durch subsolar* architektur & stadtforschung im Auftrag der Terra Libra GmbH entwickelt und kuratiert.

Gesucht waren neben „Art und Maß der baulichen Nutzung“ eine robuste städtebauliche Struktur, Vorschläge zur Vernetzung der Neubauten und ihrer Nutzungen mit dem umliegenden Kiez und konstruktive Ideen, wie diese auf den bestehenden Kellergeschossen zu realisieren wären.

subsolar* konzipierte das Verfahren und begleitete es.

Weitere Informationen unter: www.kms-sonne.de/kindl-konglomerat