Beteiligt euch: VOLLGUTE ZEITMASCHINEN FÜR DEN KINDL HOF

Die Zukunft kommt nicht einfach auf uns zu, sondern wird – zumindest teilweise – von uns erdacht und gemacht. Städtische Orte müssen sich heute schon verändern, um auf die Herausforderungen von morgen zu reagieren.

Im Interesse der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit sollen der KINDL Hof und der darunter liegende Gärkeller zu einem Experimentier-, Lern- und Überaum für alternative Stadtentwicklung werden, der möglichst vielen Menschen offensteht und eine Vielzahl von Akteur*innen auf spielerische Art einbezieht.

Was soll, kann, darf, muss hier passieren? Welche Rhythmen, Synergien und unwahrscheinlichen Allianzen können entstehen? Welche Atmosphären, welche Begegnungen,
was für Situationen können hier entstehen?

Um das zu ergründen, sollen in insgesamt vier aufeinanderfolgenden Veranstaltungen ZEITMASCHINEN gebaut werden, mit denen wir in eine wünschenswerte Zukunft reisen,
mögliche Nutzungen der Freifläche und des Gärkellers testen und unterschiedliche Interessengruppen daran beteiligen können.

Hierfür suchen wir nach interessierten Gruppen, Vereinen und / oder Personen aus
der näheren und ferneren Nachbarschaft, die im Spätsommer 2021 als „Gastgeber*innen“ einen thematischen (Bau-)Workshop auf dem Gelände durchführen und dazu andere Akteure als ihre „Gäste“ dazu einladen möchten. Dank einer Kofinanzierung durch den Bezirk kann für jede Veranstaltung ein kleines Budget für Honorare und Material zur Verfügung gestellt werden.

Der Auftakt

Am 12. August trafen sich zum ersten Mal Interessierte Gruppen, Vereinen und Personen aus der näheren und ferneren Nachbarschaft zum Austausch über die Zukunft des Areals. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, bei der über die persönlichen Bezüge zum KINDL HOF und die eigene Motivation zum Mitreden und Mitgestalten berichtet wird, geht es in einen intensiven Austausch.

subsolar* hat dafür ein Spiel entwickelt um über die Themen Ökologie, Klima, Kultur und Gesundheit ins Gespräch zu kommen. An 4 Tafeln werden erste Ideen für mögliche Interventionen oder Veranstaltungsformate erdacht und diskutiert. Die Teilnehmenden rotieren dabei zwischen den einzelnen Themenbereichen, so dass am Ende jede/r mit jedem geredet hat.

 

Erste Ideen zum Thema Ökologie

Was es braucht:
ein System zur Sammlung und Nutzbarmachung des Regenwassers. Den Kindl Hof als Schwamm betreiben.

Toiletten werden benötigt auch als Komposttoilette oder ähnliches für die Übergangszeit

Konkrete Ideen:
Kompost aus der Nachbarschaft sammeln, Regenwasser auffangen und damit Pilze wachsen lassen. und/oder Aquaponik zu betreiben im Sinnen eines Kreislaufes.

Trinkwasserbrunnen aus recycelten Material und Pumpen betrieben mit Windkraft

 

Erste Ideen zum Thema Klima

Was es braucht:
Erholung durch geeignetes Klima, auch soziales Klima. Dabei die humanoide und nicht humanoide Perspektive beachten.

Konkrete Ideen:
Energie reduzieren: Bis ein Baum wächst dauert es lange. Lösungen für die Übergangszeit: Schatten für Menschen aber auch für Natur, damit es besser wächst.

Schutzort für Menschen, Rückzugsort wenn es abends kalt wird, besonders auch für ältere Menschen, denn die haben die Zeit, sich dort aufzuhalten.

Nutzung der Elemente Wasser und Wind zum Schaffen von Energiepuffern: Zisternen die mit Windkraft Wasser pumpen.

 

Erste Ideen zum Thema Kultur

Was es braucht:
Weniger Bubble, mehr Miteinander: wir machen alle Kultur in unserer eigenen Form. Wie bekommt man die unterschiedlichen Akteur*innen, die unterschiedliche Kultur(en) und Themen mitbringen, in einem Prozess zusammen? Neue offene und diverse Gemeinschaft schaffen. Durch Identifikation resilienter gegenüber äußeren Faktoren.

Konkrete Ideen:
Einfachste Form über Essen, darüber in Austausch kommen. Über Mobile Cuisine größeren Einzug erlangen und die kiezübergreifende Kommunikation fördern.

Projekte mit Anwohner*inne umsetzen: Eine Kräuteruhr wird mit Nachbar*innen und GeKo gebaut. Lokales Wissen wird dabei gesammelt und erfahrbar gemacht.

 

Erste Ideen zum Thema Kultur

Was es braucht:
Garten als Bildungsstätte: was wächst wie? Was macht man draus? Was ist Wastefood? Wie kann man in Kreisläufen denken?

Konkrete Ideen:
Nahrung als Sinneserfahrung: Foodtasting mit Kindern

Eine lange Tafel: die Menschen an einen Tisch bringen, über Essen Wiederholbarkeit bzw. Regelmäßigkeit der Begegnung schaffen. Nicht nur gemeinsames Essen sondern gemeinsames Kochen.

Einzelne Food Stationen: Dinge, die im Kiez hergestellt werden (Fermentieren, Stadtbienen)

Nächtliche Sonne: mehr Licht auf die Fläche! Wohlbefinden sofort steigern durch den Bau von autark funktionieren Leuchtkörpern. Nächtliche Nutzbarkeit schaffen und Sicherheit erzeugen.

 

Je kollaborativer desto besser! Das ist der allgemeine Tenor der anschließenden Diskussion.
Die Gruppe möchte von Anfang an stark miteinander kooperieren, um zu erproben, wie man zusammenarbeitet, wie man sich ergänzt. Dazu soll es am Angang mehrere kleinere, anfassbare Interventionen geben bei denen konkreten Bau-Ideen umgesetzt werden. Die Reihe soll dann in eine große Veranstaltung / Festival münden, in der sich möglichst viele der Anwesenden Initiativen wiederfinden.

Wichtig ist den zukünftigen Zeitreisenden, bestehende Infrastrukturen und bestehendes Wissen zu nutzen und neue Synergien zu erzeugen.

Für die weitere Entwicklung der Freifläche wünscht sich die Gruppe, Offenheit als Prinzip zu verankern um einen Ort zu schaffen, an dem eine neue, diversere Community entstehen kann.

 

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