RESIDENCIES
Von 2022 bis 2025 wurde das bisher ungenutzte Dachgeschoss im Kunsthaus ACUD zu Wohn- und Arbeitsräumen für Künstler:innen und Kulturschaffende ausgebaut.

Das Grundrisskonzept basiert auf einer thematischen und räumlichen Zweiteilung des Dachgeschosses und einer zusätzlichen Erschließung durch die Verlängerung des vorhandenen Aufzugs. Auf der einen Seite der so entstandenen Erschließungszone befindet sich ein großer, heller, offener Raum mit einem barrierefreien Bad und einer großen Terrasse, der als Atelier, Wohnzimmer, für Veranstaltungen oder Seminare genutzt werden kann. Auf der anderen Seite befindet sich ein privaterer Bereich mit zwei Zimmern, einer kleinen Küche und einem kleinen, aber voll ausgestatteten Badezimmer. Dieser Bereich kann je nach Bedarf als eigenständige Wohneinheit genutzt oder mit dem Veranstaltungsbereich verbunden werden. Der schaltbare, mit einer Küchenzeile ausgestattete Raum dazwischen bietet den barrierefreien Zugang zu beiden Einheiten sowie zum Laubengang.

Das für Berliner Hinterhäuser untypische, raumhaltige Satteldach, das bereits in einer vorangegangenen Bauphase mit je zwei Reihen von Dachflächenfenstern und zwei kleineren Gauben ausgestattet worden war, wurde durch den Einbau von zwei neuen Gauben großzügig geöffnet. Deren vordere, die an eine eingezogene Terrasse angrenzt, erlaubt einen Panoramablick über den Weinbergspark bis zum Fernsehturm am Alexanderplatz.



Dabei war es allen Beteiligten wichtig, die Substanz des Gebäudes so weit wie möglich zu erhalten und sichtbar zu lassen – inklusive der Narben und Spuren vergangener Zeiten. Mit vergleichsweise kleinen Eingriffen wurde das vormals als Lager und Abstellraum genutzte Dachgeschoss in eine großzügige, helle und fließende Wohnlandschaft verwandelt, die vielfältig nutzbar ist.

Ganz im Stil des schon seit den 1990er Jahren mit viel Liebe und Engagement betriebenen Kunsthauses wurden dabei auch Eigenleistungen erbracht, die ab der LPH 4 nur beratend begleitet wurden.

- Bauherr: ACUD macht neu / Johannes Braun
- Planung LPH 1-8: subsolar* 2022-2025 / Matthias Lohmann, Lilli Gaigal, Saskia Hebert, Ananda Ehret, Sai Chawalitanont, Valentin Keller
- Fachplanung Brandschutz: freie ingenieure Bau / Hendrik Belaschk
- Fachplanung Tragwerk: Andreas Heilig
- Realisierung: Fa. GHL und Eigenleistungen
- Fotos auf dieser Seite: Hannes Heitmüller

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